Dass ich das noch erleben darf!

Eine Dreckschleuder wird endlich enttarnt

     
 

Dass ich das noch erleben darf!

Es ist der 28. Juli 2017 und heute hat erstmals ein Verwaltungsrichter ein Fahrverbot für Autos mit Dieselmotor verhängt, weil sie zu viele Schadstoffe ausstoßen.
Vor zwei Tagen hat der Bundesverkehrsminister einem Porsche Cayenne mit einem 3,0 l-Dieselaggregat (geliefert vom Konzernpartner Audi) die Zulassung entzogen - aber die übrigen Fahrzeuge des Konzerns, die das gleiche Antriebsaggregat benutzen - z. B. die Porsche Panamera und Macan, die Audi A6, A7, A8, Q7 und Q5, sowie der VW Touareg, dürfen weiterhin verkauft werden, obwohl man mit Sicherheit annehmen darf, dass diese Fahrzeuge genauso dreckig sind, wie der Cayenne.

Die Maßnahmen gegen Diesel-Fahrzeuge bilden erst noch einen Flickenteppich - die Betonung liegt auf "noch". Aber endlich sehen die Verantwortlichen und die Menschen im Land ein, dass der Dieselmotor eine Dreckschleuder sondersgleichen ist, und entziehen ihm ihre Unterstützung. Darauf habe ich knapp 50 Jahre gewartet.

Es begann alles damals - 1970 - mit einem Schulausflug nach Köln, die Klasse wollte den Kölner Dom besichtigen. Domführung, ein Besuch im Turm beim "Dicken Pitter" und auch ein Besuch der Dombauhütte wurden geboten. Dabei wurde uns erklärt, dass ein wesentlicher Teil der Arbeit der Dombauhütte in der Nachbildung von Gesichtern und Figuren aus der Fassade des Doms besteht. Dabei werden von den Steinmetzen diese Figuren originalgetreu aus dem Sandstein gehauen, weil die Originale in der Fassade durch Umwelteinflüsse zersetzt und zerstört worden sind. Diese Umwelteinflüsse waren die Emissionen der nahen Kohlekraftwerke und die Diesel-Abgase der vielen LKW. Diesel-PKW waren damals noch nicht sehr weit verbreitet.

Damit stand für mich fest, der Dieselmotor ist eine Dreckschleuder, die der Umwelt schadet.

Ziemlich fassungslos habe ich in den letzten über 40 Jahren zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Diesel zunehmend hofiert wurde, der Sprit wurde subventioniert, und eine Lüge über den "Clean-Diesel" nach der anderen verbreitet.

Jetzt ist die Katze aus dem Sack, die angeblich sauberen Diesel waren manipuliert, weil eine Dreckschleuder nun mal nicht sauber sein kann.

Die Kfz-Industrie im engen Schulterschluss mit der Politik haben uns Jahrzehnte lang einen Bären aufgebunden, und der überwiegende Teil der Menschheit hat den Quatsch vom sauberen Diesel geglaubt. Ich habe es nie geglaubt, weil mir der Dombaumeister in Köln etwas anderes erzählt hat - und der musste es aus seiner Sachkenntnis heraus wissen, und zwar ohne auf die Autobauer und deren Lobbyisten Rücksicht nehmen zu müssen.

Und die ganze Zeit hab ich mich gefragt, wieso die Leute alle so blöd sind, und den Schmu nicht bemerken ...

Der "Diesel-Gipfel" am 02.08.2017

Unsere "sagenhaft kompetenten" Politiker wurden heute von den Autoherstellern mal wieder über den Tisch gezogen. So sollen lediglich Software-Updates die Schadstoffe der Diesel-PKW reduzieren - um sage und schreibe 25 %.
Was soll das für die geplagten Bürger bringen, wenn selbst die derzeit "saubersten" Diesel die Höchstwerte um 500 % überschreiten?

Da bin ich auf die nächsten Gerichtsurteile gespannt, denn so lassen sich die vorgeschriebenen Richtwerte in den belasteten Städten nicht erreichen.